† Buchrezi: Die Welt ist kein Ozean

Ines Caranaubahx | 22 August 2015 |

Titel: Die Welt ist kein Ozean
Originaltitel:
Einzelband Unabhängige Reihe
Autor: Alexa Henning von Lange
Buchart: Klappbroschüre
Genre: Contemporary
Teil: 2?
Preis: 14,99€
Seiten: 352
Verlag: cbt
Erscheinungsdatum: 27. Juli.2015
Lieblingsseite: 128

Das Buch ist ein Leseexemplar vom Bloggerportal/cbt. Danke dafür ☼

Das Buch habe ich angefragt, weil ich mal Lust auf eine Geschichte hatte die in einer Psychatrie spielt, da ich das Thema total interessant finde.

 Ausgerechnet in einer psychiatrischen Klinik für Jugendliche will die 16-jährige Franzi ihr Schulpraktikum machen. Sie stellt sich das abenteuerlich und besonders vor – muss aber schnell erkennen, dass sie eine Welt betritt, in der die Normalität außer Kraft gesetzt ist. Hier trifft sie auf den 18-jährigen Tucker – und Tucker trifft sie voll ins Herz. Nach einem traumatischen Erlebnis spricht er nicht mehr. Tief in sich zurückgezogen, dreht er im Schwimmbad seine Runden, am liebsten unter Wasser, wo ihn keiner erreichen kann. Behutsam versucht Franzi, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Als ihr das gelingt, steht sie vor einer schweren Entscheidung: Soll sie wie geplant für eine Zeit ins Ausland gehen? Oder dem Herzen folgen, das gerade erst wieder zu sprechen begonnen hat?

"Nimm nicht die Grünen, die sind für mich." "Hallo?! Das ist nicht die erste Gummibärchentüte, die wir uns teilen." Ich stopfte mir ein paar wehrlose Bärchen rein.
"Spucks aus." Nelli wirft mir einen flüchtigen Blick zu.
"Spinnst du? Ich hab kein Gründes genommen!"
"Ich meine dein Problem. Was bedrückt dich, Miss Franziska? Du hast mir einen Hilferuf gesendet."
Ich sehe Nelli kauend von der Seite an und weiß wirklich nicht, welchen Hilferuf sie meint.
"Ich habe dir keine SMS geschrieben."
"Meine ich doch! Du hast dich nicht mehr gemeldet. Meine Schlussfolgerung: dass er dir schlecht geht. Jetzt bin ich hier, mit einer Tüte Gummibärchen, um zu hören, was los ist." S.128/9

Ich mag das Cover und den Titel sehr. Er passt wirklich super gut zur Geschichte.

Der Einstieg in das Buch war wirklich einfach und hat mir gut gefallen. Generell den ganzen Handlungsstrang und die Charaktere mochte ich sehr gerne. Allerdings gab es auch ein paar Sachen die mir nicht so gefielen.

Zu allererst: Das Buch gehört zu einer Reihe, aber auch irgendwie wieder nicht. Es gibt einen Band vor diesem Buch in dem es um ihre Schwester geht und auch aus ihrer Sicht geschrieben ist, aber es ist nicht nötig das Buch vor diesem Buch zu lesen.

Was mir nicht so gut an dem Buch gefallen hat waren die Logikfehler. Durch den Klappentext können wir ja schon erahnen um was es in dem Buch geht: Eine Schülerin macht für 2 Wochen ein Praktikum in einer Psychiatrie und lernt einen Jungen kennen. Natürlich verliebt sie sich in ihn und so weiter.

Die Idee fand ich auch ganz nett, aber wenn wir es mal logisch betrachten würde es nie klappen einen Jungen aus einer Jahrelangen Psychischen Störung (Mutismus) heraus zu bekommen. Nicht in 2 Wochen, und bestimmt ist es auch nicht weil sich innerhalb von 2 Wochen natürlich ein Mädchen und ein gestörter Junge ineinander verlieben. Seit dem ersten Treffen war sie schon hin und weg. Aber naja, was habe ich erwartet. Wir können ja nicht ein Jahr lang Handlung lesen, obwohl ich das glaube ich besser gefunden hätte. Einfach der Logik willen. Der Gedanke einen Jungen aus einer Psychischen Störung herauszukriegen weil es die große Liebe ist ist natürlich schön, aber gehört eher zum Bereich Wunschdenken.

Noch dazu störte mich ebenfalls, das es trotz der eigentlich guten Idee, sehr klischeehaft war. Sie verlieben sich sofort ineinander; sie hat eine beste Freundin mit der sie Streit hat und auch wieder nicht; sie streiten und sie reagiert total impulsiv; irgendeinen Grund gibt es weswegen sie nicht zusammen sein können; er ist der perfekt aussehende Junge den sie je gesehen hat... alles schon dutzend mal gelesen.

Trotzdem hat mir das Buch eigentlich ganz gut gefallen. Die Charaktere haben mir ganz gut gefallen und der Handlungsstrang ebenso, auch wenn es etwas vorhersehbar war. Am meisten mochte ich allerdings Randy - einen älteren Countrysänger der auf der Straße für Geld spielt. Er hat mir einige Lebensweisheiten erteilt und er und seine Lebensgeschichte haben mir einfach total gefallen. Ich liebe einfach seine ganze Art, aber eher in dem Sinne "Ich wünschte ich würde dem mal begegnen und mich mit ihm unterhalten" weil - er ist so 50 glaube ich :D

Das Ende hat mir am ganzen Buch irgendwie am meisten gefallen. Es gab eine sehr tolle Szene die mir einfach irgendwie total gut gefallen hat. Achtung, kleiner Spoiler: in der Szene steht Franzi im Teich und sucht den Spindschlüssel den sie vorher wegen vielen Gründen reingeworfen hat. Dabei kann sie gar nicht schwimmen, und Tucker findet sie und rettet sie vor dem ertrinken. Die Szene war nur kurz aber irgendwie mochte ich sie vom ganzen Buch am liebsten. Allerdings war auch hier ein Logikfehler: Wieso sollte ein Patient der noch als Psychisch gestört eingestuft ist und in einer geschlossenen Psychiatrie ist einfach Nachts draußen rumspazieren und sie zufällig finden können, wenn er nicht mal ins Schwimmbad der Psychiatrie darf, weil sie Angst haben er könnte sich selbst umbringen? Das macht doch keinen Sinn! Spoiler Ende.

Noch dazu mochte ich wie das Buch ausgegangen ist. Es gab ja ein paar Ungereimtheiten aber irgendwie hat Franzi es geschafft das sie am Ende doch bekommt was sie will. Achtung Spoiler: Nur mal schauen ob ihre Beziehung 1 Jahr Trennung aushalten kann wenn sie sich grade erst seit 2 Wochen kennen, haha. Spoiler ende.

Ein Pluspunkt ist, das der Lesefluss nicht gestört wurde weil der Schreibstil der flüssig war.

Franzi:
Ich mochte Franzi ganz gerne. Sie ist eben der typische Buch-Teenager mit ihren Sorgen und Problemen.

Nelli:
Nelli ist Franzis beste Freundin, und auch wenn sie hin un wieder sehr mürrisch war kam sie mir irgendwie authentischer vor als Franzi.

Tucker:
Tucker mochte ich besonders zum Ende sehr.

Randy:
Randy ist irgendwie meine Lieblingsperson aus dem ganzen Buch.

(Anmerkung: Bei der Romantik und dem Humor geht es nicht darum wie ich es finde sondern wieviel es davon im Buch gibt - 3/5 Federn bei Humor muss nicht negativ sein, es soll nur zeigen das es kein witziges Buch ist)
Spannung: 3/5 Federn
Romantik: 3,5/5 Federn
Humor: 2/5 Federn
Charaktere: 3/5 Federn
Schreibstil: 4/5 Federn
Ende: 4,5/5 Federn
Cover: 4/5 Federn

Das Buch war im Grunde ganz nett und hätte mir auch sehr gut gefallen, aber die ganzen Logikfehler schwirrten mir einfach die ganze Zeit im Kopf herum, sodass ich über manche Handlungsstränge nur noch sarkastisch denken kann.

Alles in allem war es ganz okay, aber wirklich nichts besonderes.

Alexa Hennig von Lange wurde 1973 geboren und begann bereits mit acht Jahren zu schreiben. 1997 erschien ihr Debütroman Relax, mit dem sie über Nacht zu einer der erfolgreichsten Autorinnen und zur Stimme ihrer Generation wurde. 2002 bekam sie den Deutschen Jugendliteraturpreis. Es folgten zahlreiche Romane für Erwachsene wie Jugendliche und Kinder, außerdem Erzählungen und Theaterstücke. Alexa Hennig von Lange lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Berlin.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Das Buch hat mich auch schon angelacht, aufgrund des Covers und des Klappentextes, aber wegen der Autorin bin ich mir etwas unsicher geworden, da ich schon ein Buch von ihr gelesen habe, welches mir nicht wirklich gefallen hat.
    Nach dem lesen deiner Rezension tendiere ich auch glaube ich eher dazu, das Buch nicht zu kaufen, da ich das Gefühl habe, dass es mir nicht gefallen wird. Vielleicht gebe ich dem Buch allerdings doch eine Chance, wenn ich es in der Bücherhalle durch Zufall sehen sollte.

    Liebe Grüße
    Isabell

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  2. Ich fand das Cover wunderschön und der Klappentext hatte mich auch sofort angesprochen. Allerdings hab ich jetzt schon öfter gehört, dass es nur so mittelmäßig sei und bin noch am überlegen ob ich es lesen soll :)
    LG ♥

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