Über den Ausbildungsabbruch, einer Midlife-Crisis und der Frage, ob man ein Loser ist

Written on 18 Januar 2017| 15 Liebesbeweise

Wie ich diesen Post beginnen soll ist nicht ganz sicher sein. Aber wie auch sonst beginne ich einfach wie sonst auch - mittendrin. Kann länger werden - also weiß ich das wohl keiner alles liest. Aber ich muss es einfach mal loswerden. Ungekürzt.

Ich habe meine Ausbildung abgebrochen. Ja, die Ausbildung über die ich in einem Post von Oktober 2015 noch sagte: "Das erste mal das ich mich Sonntag Abends auf die Schule richtig extrem freue. Ne, ernsthaft, Freitags wenn ich nach Hause komme will ich am liebsten direkt wieder hin". Die Ausbildung die mir so viel versprach, die so viel mit meinem Hobby verband, die ich so sehr liebte.
Abgebrochen.

Kennt ihr das wenn man einen Plan hat? Wenn man genau weiß was man machen will, sich 100% sicher ist, so sicher, das man nichtmal einen Gedanken daran verschwendet - will ich das denn überhaupt noch?
Mit 15 habe ich mich zu diesem Plan entschieden. Realschulabschluss - Ausbildung als Gestaltungstechnische Assistentin - Ausbildung als Buchhändlerin - Für immer Glücklich in einem Verlag arbeiten. Ende im Schacht!
Ich war so glücklich darüber das ich in dem Alter, wo manche nicht wussten was sie machen wollten, diesen perfekten Plan hatte und mir keine Sorgen mehr machen musste.

Realschulabschluss nicht geschafft. Erste Hürde. Ich war 16 als ich dann eine einjährige Berufsschule machte als Übergangsjahr, denn für GTA braucht man die Realschulreife. Dann Realschulabschluss nachgeholt. Ich war 17. Ich hatte schon immer Probleme mit meiner Unsicherheit, deshalb ließ ich mir nie reinreden wenn ich mich für etwas entschieden habe. Weil ich dann wieder zweifelte.Selbst wenn es um mich selbst geht.

Also habe ich mich wieder beworben - mein Plan war doch so gut! - und wurde wieder angenommen. Das erste halbe Jahr war das Paradies. Ich liebte es dort, egal wie sehr es mich schaffte. Aber dann kam irgendwann diese Müdigkeit. Diese Müdigkeit, bei der man es morgens nicht mehr schafft aufzustehen. Und mir kamen Zweifel.
Ich wurde zwar immer gefragt was ich mache - aber nie wie ich es mache. Also machte ich weiter. Denn: wird schon. Am Ende habe ich es nicht geschafft. Mir wurde die Entscheidung überlassen zu wiederholen. Und weil ich nix anderes hatte: natürlich wiederhole ich! Auch wenn ich in meinem Bauch schon ein ungutes Gefühl hatte.

So habe ich dann das nächste halbe Jahr vor mich hin vegetiert. Trotz Sorgen, trotz ungutem Gefühl, ich bin hingegangen. Die Arbeiten waren besser als das Jahr zuvor - waren praktisch dieselben Arbeiten die ich ja schonmal schrieb - aber die Fehlzeiten waren rapide. Weil ich mich morgens nicht mehr aufraffen konnte hinzugehen. Weil mein Unterbewusstsein mich immer stoppte. Es war egal das ich wusste das es falsch war. Ich konnte nicht. Ich rief an, meldete mich krank. Aber statt den Tag dann Ruhe zu haben und Kraft zu tanken musste ich lügen. Meine Eltern anlügen, zum Arzt, mir nur Gedanken machen. Trotz allem das es dann einen "freien" Tag gab den ich so dringend gebraucht hätte - das Wochenende kam ich nie zur Ruhe - war ich nur im Stress.

Ich hatte nur noch Deadlines vor meinem inneren Auge. Morgens wenn ich aufstand fragte ich mich wann es wieder vorbei war, und wenn ich von der Schule Abends heim kam fragte ich mich die ganze Zeit nur wie lange es dauerte bis ich wieder hinmusste. Es hat mich gequält.
Dabei liebe ich es dort! Ich liebe es das wir die Etagenur für uns haben und Passwortgeschützt ist, wir unseren Server haben, wir viel praktische Arbeit haben, einfach an die Drucker können. Und die Klasse ist auch einfach nice. Und man lernt so viel.
Aber es waren die Gedanken. Es war mein Unterbewusstsein. Ich wusste eigentlich schon an dem Tag als ich sagte ich wiederhole das es nicht das Richtige sein wird. Aber ich tat es trotzdem - denn das war es, was ich immer tat. Einfach irgendwas tun. Ich wusste immer was morgen kommt. Es war als wäre ich meinem 15-Jahren-alten-Ego verpflichtet.

Die Lehrer hielten mir schon ewig das Messer an den Hals. Fast das ganze erste halbe Wiederholungsjahr. Erstmal wegen meinen Fehltagen, dann hieß es andauernd "Warum fragst du, musst du doch eigentlich noch wissen" etc. Ich hatte eine zweite Chance für die Ausbildung bekommen - aber nicht von den Lehrern. Ich hatte andauernd nur das Gefühl sie wollten endlich ihr kleines Problemkind loswerden. Bei Sachen wo bei anderen nichts gesagt wurde, wurde mir nur angedroht, das ich bei dem nächsten Fehler fliege.

Und dann machte es irgendwann Klick. Ich dachte die ganzen Winterferien eigentlich nur darüber nach. Aber ich dachte; hey, du kriegst schon noch genug Ruhe in den Winterferien, kannst dann ganz frisch durchstarten.
Aber die erste Nacht, wo ich am Morgen hingemusst hätte... da hat es Klick gemacht. Ich lag 9 Stunden wach - und alles stürzte ein. Mein Unterbewusstsein, alle Gedanken die ich immer unterdrückte, alle Sorgen und alle Zweifel. Und ich lag 9h wach. Und alles war unsicher, aber alles was ich wusste war: ich kann da nicht mehr hingehen. Das war das einzige dessen ich mir sicher war.

Also meldete ich mich krank, ich arbeite krankhaft an einem Plan, machte mir Gedanken, war nur in meinem Kopf und im Stress. Gestresst von mir selbst. Weil ich nicht richtig nachdenken konnte, weil ich wusste, morgen muss ich wieder hin. Also für die Woche krankgeschrieben.
Dem ersten dem ich es sagte war mein Freund. Der total skeptisch war, denn er war ja stolz auf mich, und wollte das ich es packte und schaffte. Die größte Hürde war meine Mutter. Da wäre Ende gewesen. Aber 3 Tage nachdem ich nicht hinging konnte ich es einfach nicht mehr zurückhalten.

Das Verhältnis mit meiner Mutter ist nicht so wie bei vielen. Sie ist nicht meine beste Freundin und wir reden zwar viel, aber über meine Gefühle kann ich nur schwer reden oder über Probleme. Dafür hatte ich immer Freunde. Aber ich setzte mich hin, und ich sagte es ihr.
Denn ich war die Lügen satt. Ich war die Gedanken, die Deadlines, den Stress, mein Unterbewusstsein satt. Die Bauchschmerzen und Übelkeit jeden verdammten Morgen. Ich konnte das nicht mehr.
Also sagte ich ihr alles. Ich erzähle ihr von allem, von jeder Lüge, von allen Gedanken, von meinen Plänen. Das ich jetzt lieber abbreche - weil ich es sowieso nicht schaffe - und einen Teilzeitjob annehmen will bis zur nächsten Ausbildung. Auch wenn diese vielleicht erst nächstes Jahr wäre. Das ich endlich mit fast 20 selbstständig und Geld haben will, das ich das nicht mehr hinkriege, das ich diesen Weg nicht mehr gehen kann.
Und sie hat mich verstanden. Sie wusste so viel mehr als ich dachte - und unterstützt mich. Und seit ich dessen sicher bin wusste ich; ich breche ab. Denn alles was ich brauchte um diesen Schritt zu gehen war, das mir jemand sagt, das es okay ist.

Bin ich nun ein Loser? Ja vielleicht. "Ja Kind, setz dich hin, mach es einfach, kann ja nicht so schwer sein und Nebenjob kannst du auch neben der Schule". Nein, kann ich nicht. Ja, vielleicht bin ich jetzt ein Loser. Ja, vielleicht werde ich jetzt schwerer als vorher an eine Ausbildung kommen weil keiner Abbrecher liebt. Aber wie meine Schwester schon sagte "Wenn ein Ausbilder dich wegen sowas nicht nimmt ist es sowieso nicht der Richtige".

Ich weiß das es nicht die beste Entscheidung ist. Aber ich fühle mich jetzt so frei. So verdammt frei wie noch nie. Das ist meine zweite Woche in der ich nicht mehr zur Schule gehe und ich fühle mich besser als nach 6 Wochen Sommerferien. Ich bin verdammt nochmal fast 20 Jahre alt, noch nie habe ich gearbeitet, ich war immer auf meine Eltern angewiesen und nie Selbstständig. Und ich fühle mich endlich frei! Frei von meinem 15-Jährigen-Ich. Frei, endlich einen anderen Weg gehen zu können. Und plötzlich kommen mir so viele Ideen! So Sachen, die eigentlich nicht zu meinen Hobbys passen, aber Ausbildungsideen die so viel geiler klingen!

Und ganz ehrlich - die Ausbildung als GTA... ich wollte diesen Beruf sowieso nie später arbeiten. Ich habe mir immer gedacht: "Wäre halt schön den Abschluss zu haben, weil man dann so viele verschiedene Berufe arbeiten kann". Aber wenn ich drüber nachdenke ich keiner dieser Berufe einer in denen ich arbeiten möchte.
Und nachdem mir dann mindestens 10 Leute die diese Ausbildung machten sagten "Ich bereue diese Zeit und den Abschluss", weil man entweder ne andere Ausbildung noch dafür machen muss oder keine Arbeit findet - bereue ich nichts!

Ich habe die Atmosphäre dort geliebt. Und die Klasse. Aber wenn ich es mir eingestehe haben mir nur 2 von 15 Fächern gefallen, und die Aussichten später waren scheiße.

Also ja, vielleicht bin ich jetzt ein Loser. Aber ich bin mit mittlerweile sicher das es genau die richtige Entscheidung ist.

Ich will jetzt nicht ewig rumpimmeln. Und ja, es gibt so viel Unsicherheit. Überhaupt wie es mit einem Teilzeitjob aussieht usw.
Aber immerhin weiß ich jetzt: ich weiß, wann, wie und wo. Ich kann entscheiden - ganz frei. Und die nächste Ausbildung, der nächste Job oder whatever wird etwas sein für das ich mich ganz sicher entscheide. Und nicht weil ich mich mit fast 20 noch meinem 15-Jährigen Ich verpflichtet fühle.

Kommentare:

  1. Hey :)
    Ein echt interessant Post bei dem ich dich auch irgendwie verstehen kann. Ich habe ähnliche Sache durch gemacht. Ich bin zwar nun endlich in einer Ausbildung aber richtig Freude habe ich nicht. Doch ich muss sie machen. Dir wünsche ich alles Gute bei der Suche nach dem richtigen Beruf. Du schaffst das schon. :) Mach das was du willst und dir am meisten zu sagt. :)
    Liebe Grüße Maxie

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  2. Zu allererst, du bist kein Loser! Vlt fühlt es sich für dich so an, aber du bist es nicht. Es kostet viel mehr Kraft und Mut sich einzugestehen, dass etwas nicht für einen funktioniert und das man loslassen muss und das dann auch durchzuziehen. Das hat definitiv nichts mit einem Loser zu tun!

    Ich war ähnlich wie du, wenn auch auf etwas anderem Wege ... ich habe bis zur 13. Klasse das Gymnasium besucht, war also schon mal älter als du, aber das Abi habe ich nie gemacht, nur später das Fachabi und habe meine letzte Ausbildung abbgebrochen, nicht weil ich schlecht war, im Gegenteil, aber ich konnte mich nicht mehr hinschleppen, ich lag Tage-/Wochenlang einfach nur vegetativ im Bett und konnte mich nicht mehr aufraffen und irgendwann musste ich mich entscheiden, ich habe es wie du auch noch mal ein halbes Jahr versucht, aber es ging nicht und meine Mam war ebenfalls die größte Hürde. Ich wollte ihr nicht eingestehen, dass ich versagt hatte. Dass ich ein Loser bin. Aber am Ende war es verständnisvoller als gedacht. Jetzt habe ich eine abgeschlossene Berufsausbildung und suche einen Job und all die Zukunftszweifel sind wieder da, aber irgendwie wird das schon! Es muss eben einfach!

    Hast du eine Ahnung, welche Ausbildung du jetzt angehen magst? =) Ich drücke dir auf jeden Fall alle Daumen für die Zukunft!

    Liebste Grüße,
    Vivka

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  3. Hi^^

    du bist auf jeden Fall kein Loser! Eher so das Gegenteil, wenn man sich mal anguckt was für eine mutige Entscheidung du getroffen hast. Ich weiß nicht warum es so einen mega schlechten Beigeschmack hat, etwas abzubrechen. Oder sich noch einmal neu zu orientieren. Ich denke gerade auch darüber nach. Und das ist sowas von normal, es ist schon ziemlich heftig, dass man von Teenagern verlangt, eine Ausbildung oder ein Studium zu wählen, mit dem sie für den Rest ihres Lebens glücklich sein werden. So einfach ist das aber irgendwie nicht. Und wenn man sich verändert und merkt dass die alten Pläne und Wünsche nicht mehr aktuell sind, dann ändert man seine Situation besser heute als morgen. Was aber auch Mut braucht, deshalb Hut ab:)

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  4. Hallo Ines,

    ich bin Mutter von 3 Kinder, der Jüngste ist 20. Und ich sage dir, du bist KEIN Loser!! Vielleicht denkst du das selber über dich, aber das musst du ändern, denn kein mensch ist gleich und keiner hat das Recht über dich zu urteilen.

    Ich kann dich so gut verstehen, und ich bind er Meinung das es die richtige Entscheidung war. Ja, wirklich. So bringt das alles nichts, da würdest dich nur kaputt machen, mehr als das düs eh schon getan hast. Das ist nicht gesund.

    ich weiss das die meisten denken das es ein Fehler ist, und mein Jüngster ist diaähnlich wie du, nur das wir ihm schon gesagt haben, wenn es nicht klappt, und es ihm zu viel ist, soll er sich doch eine Auszeit nehmen. Oder was ganz anderes machen. Er will es aber dennoch versuchen obwohl er schulisch echt seine Schwierigkeiten hat.Das hatte er schon immer. Den Job den er macht gefällt ihm ehr, auch Praktisch ist er einer der Besten nur die Schule macht ihm echt zu schaffen.

    Ich finde halt auch das unser Schulsystem echt zu wünschen übrig lässt. Für Kinder oder junge Erwachse wie dich oder meinen Sohn haben die einfach keinen Platz, auch die Gesellschaft will einfach am liebsten Kinder die schon fast fertig geboren werden und man nicht gross investieren muss. Es zählen nur Noten und Diplome, es ist egal wie gut man sonst im Job ist. Das macht nur ein klitze kleinen Teil aus.

    Du hast es richtig gemacht und ich wünsch dir ganz gute Erholung und das du etwas findest das dir mehr mehr spass macht und dir mehr liegt und gar freue bereitet.

    Fühl dich gedrückt, und noch mal, du bist weder eine Verliererin, noch ein Versagerin!

    Liebe Grüsse und ich wünsch dir das du deinen Weg findest!
    Alexandra

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  5. Hey!

    Ich finde, es ist immer ok, eine Meinung zu revidieren, wenn man merkt, es passt nicht mehr. Es ist immer ok, am Weg anzuhalten und sich zu entscheiden, dass man zurück geht oder einfach querfeldein geht. Du bist jung, Dein ganzes Leben liegt noch vor Dir. Noch so viel Zeit für Pläne und Entscheidungen und Erfahrungen.
    Lass Dir von niemandem erzählen, dass Du ein Loser bist! Es ist gut, dass Du auf Dein herz gehört hast. Viele tun das nicht und landen irgendwann in einer Klinik oder machen so dicht, dass man denkt, sie sind schon mit 25 gestorben.

    Du wirst Deinen Weg schon finden!

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  6. Oh Ines, das hast du so schön geschrieben, dass mir die Tränen in den Augen stehen. Du bist kein Loser, auf keinen Fall! Schau doch, du hast nach deinem nicht geschafften Realschulabschluss nicht alles in den Sand gesetzt, sondern im Gegenteil. Du hast dich um alles bemüht und alles gut gemacht, du hattest einen Plan, der vielleicht nicht der perfekte war und das hast du jetzt gemerkt. Dafür machst du dir jetzt einen neuen, der besser ist und dich glücklicher macht. Ich kann dich zu 100% in allen Punkten verstehen und muss dir noch mal sagen, dass du kein Loser bist.

    Ich selbst habe April 2016 mein Abi gemacht- was jetzt? Studium? Ausbildung? FSJ? Auslandsjahr? Ich war komplett leer und wollte nichts. Ich wollte nicht gleich weiter lernen und wieder den ganzen Tag in der Schule/Uni sitzen und selbst wenn: Was will ich denn überhaupt studieren? Und wozu will ich mich ausbilden lassen?
    Ich hab also erstmal von April bis Oktober einfach nichts gemacht, zum Glück war ja Sommer - ich war also den ganzen Tag draußen, bin spät wieder gekommen, um meinen Eltern aus dem Weg zu gehen. Bis meine Mama mich dann Mitte September morgens von der Couch geschmissen und in die Stadt geschickt hat, weil Depot (kennst du bestimmt, der Deko-Laden hehe) Weihnachtsaushilfen sucht - beworben, genommen geworden und seitdem arbeite ich wenigstens schon mal, verdiene Geld und habe etwas, womit ich meinen Lebenslauf aufhübschen kann (Dafür habe ich heute übrigens eine Vertragsverlängerung unterschrieben, juhu).
    Ja, aber der Lebenslauf wofür? Vor zwei Wochen war ich bei der Agentur für Arbeit, die nette Frau konnte mir aber auch nicht helfen, Ausbildungsplätze suchen kann ich ja auch, ich weiß nur einfach nicht, was ich machen will.
    Klar, nichts ist für immer, das weißt du ja selbst, aber du nimmst es wenigstens in die Hand und kümmerst dich um deine Sachen und das ist auch gut so! Den ersten Schritt hast du ja jetzt schon gemacht und die restlichen werden auch ganz schnell folgen. Du schaffst das!

    Und ach ja: Dein neues Design ist wunderschön!

    Liebst, Lara. (Verzieh mir diesen super langen Kommentar, in dem ich meine eigenen Probleme auch noch geteilt habe haha)

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  7. Hey Ines:)
    Da bist du ganz sicherlich nicht die Einzige! Ich glaube dieses Problem liegt so in unserer Generation^^ Also ich kenne schon mal viele, die überhaupt keinen Plan haben, was sie mit ihrem Leben anfangen wollen. Da gibt es dann diejenigen, die die Frage erstmal aufschieben und nach Australien fliegen oder diejenigen, die aus Panik irgendetwas anfangen. Aber natürlich auch welche, die vermeintlich wissen, was sie wollen und später stellt sich heraus, dass es das doch nicht war. Aus meinem Abijahrgang von letztem Jahr gibt es schon einige, die ihre Ausbildung oder Studium nach Tagen oder paar Monaten abgebrochen haben. Deshalb ist man noch lange kein Loser:)

    Ich mache zum Beispiel momentan nur einen Nebenjob, habe das erstmal auch so gewollt und bin damit zufrieden. Meine Eltern unterstützen mich da voll und ganz, auch wenn es danach aussieht, dass ich noch lange nicht ausziehe:D Mein Wunsch ist es Medizin zu studieren, aber ohne 1,0 kommst du da so gut wie gar nicht dran, deshalb muss ich eine laaaange Zeit warten... Um diese Wartezeit zu überbrücken, habe ich mich jetzt erstmal für eine Ausbildung dieses Jahr beworben. Ob es dann nach der Ausbildung sofort mit dem Studium klappt, ist auch nicht gesagt. Also man sieht, mein Weg zu meinem eigentlichen Wunschberuf ist noch sehr sehr schwer. Ich könnte da jetzt noch einen ganzen Roman drüber schreiben^^

    Ich hoffe für dich, dass du etwas findest, was dir wirklich 100% Spaß macht, auch noch nach Jahren! Falls nicht, dann ist es niemals schlimm, etwas daran zu ändern. Schließlich ist es dein Leben und das sollte nicht nur aus solchen Momenten bestehen, wie du sie jetzt hattest. Das hört sich jetzt vielleicht gedroschen an, aber am Ende wird es so sein, wie du es willst und der schwere Weg bis dahin ist dann fast vergessen;)

    Liebste Grüße,
    Kati:)

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  8. Liebe Ines,

    nein, du bist KEINESWEGS ein Loser! Es erfordert sehr viel Mut, einen Neuanfang zu wagen. Das Leben ist zu kurz, zu vergänglich, um es an Dinge zu verschwenden, die einen unglücklich machen. Es war richtig, auf die Signale deines Körpers zu hören. Ich bin mir sicher, du findest deinen Weg und eine Ausbildung, die dir Spaß macht. Man darf nur nicht außer Acht lassen, dass Arbeit nun einmal Arbeit ist, und mit einem gewissen Zwang verbunden ist. Auch wenn die Tätigkeit Spaß macht, wird sie einen nie so ausfüllen können wie die Dinge, denen wir uns in unserer Freizeit widmen.

    Auch ich stand in meinem zweiten Ausbildungsjahr kurz vor einem Abbruch. Die Kündigung hatte ich schon formuliert und griffbereit. Meine Beweggründe waren zwar ganz andere als deine (ich wurde von zwei Kolleginnen, mit denen ich täglich sehr eng zusammenarbeiten musste, gemobbt, bis ich dem Druck nicht mehr standhalten konnte), aber durch glückliche Umstände habe ich die Ausbildung doch zu einem Abschluss gebracht und bin jetzt wirklich froh, einen "richtigen" Job zu haben, sodass ich in meiner Freizeit meinem Traum, dem Schreiben und - hoffentlich - veröffentlichen von Büchern widmen kann.

    Ich hatte nach meinem Schulabschluss keinen blassen Schimmer, was ich beruflich machen soll. Meine Mutter half mir bei der Entscheidung, mich für einen Bürojob zu bewerben, weil ich zu Hause auch ständig vor dem PC saß. Für mich war es die richtige Entscheidung. Du wirst das, was du liebst, auch noch finden. Mit 15 magst du dir sicher gewesen sein, das Richtige gefunden zu haben, aber Träume entwickeln sich weiter, wir werden erwachsen und verändern uns. Das ist dir widerfahren, aber es ist nie zu spät für einen Neuanfang.

    Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Suche nach dem richtigen Weg - ich bin mir sicher, du wirst ihn finden.

    Liebe Grüße
    Violetta

    http://wispertraeume.blogspot.de/

    P.S.: Dein neues Blogdesign ist wieder einmal traumhaft schön!

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  9. Liebe Ines,

    ich finde, man ist ganz und gar kein Loser, wenn man erkennt, dass man in einer Sackgasse ist und so nicht weiterkommt.

    Daher hoffe ich, dass Du lange mit Deiner Entscheidung zufrieden sein wirst und wünsche Dir, dass Du beruflich den passenden Weg für Dich findest :-)


    Ich habe dafür selbst lange gebraucht. Erst war ich Arzthelferin, dann selbständig als Texterin, nun bin ich in der Moderation einer Internet-Commmunity tätig, und das gefällt mir, kein Traumjob, aber einer, bei dem es viele Vorteile gibt, die die Nachteile überwiegen. Der Weg dahin war alles andere als gerade, und vermutlich wird es noch die eine oder andere Wendung geben.

    Alles Gute für Dich!

    Liebe Grüße

    Claudia

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  10. Liebe Ines,
    du bist ganz sicher kein Loser, weil du dich um dich selbst kümmerst! Ich habe deinen Post gelesen weil es mir mit der Oberstufe gerade ähnlich gehen und ich habe mir genau die selben Gedanken gemacht.
    Alle machen immer Druck, dass man doch wissen muss, was man mal werden will, aber ich hab keinen Plan. Und wenn du auch keinen Plan hast ist das absolut nicht schlimm, weil du nur auf die richtige Chance wartest, anstatt auf irgendeinen Zug aufzuspringen. Sei doch eher stolz auf dich, dass du so eine wichtige Entscheidung getroffen hast!

    Ich wünsche dir alles Gute für die Zukunft!
    Jojo

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  11. Hallo liebe Ines,

    ich bin enttäuscht von deiner Einleitung. Als würde es keine Leser geben, die sich das durchlesen. Jedes einzelne Wort. Jeden einzelnen Punkt. ^^

    So, ich wiederhole jetzt mal robotermäßig meine Vorkommentatoren, wenn ich sage, dass du kein Loser bist. Aber das bist du nicht, im Gegenteil. Denn in meinen Augen kostet es unheimlich viel Stärke, etwas abzubrechen. Unheimlich viel Stärke, sich selbst einzugestehen, dass man es nicht schafft, dass man abbricht. Denn selbst, wenn es jetzt so wirkt, als seien diese beiden Jahre umsonst gewesen - das waren sie nicht. Ich glaube, dass du in ihnen Erfahrungen gesammelt hast, die du nirgendwo sonst hättest sammeln können, nicht zuletzt die, dass das nicht das ist, was du tun willst und dass man manchmal eben auch abbrechen muss.
    Und dazu braucht man sehr viel Mut. Mut, den jahrelangen Traum schließlich aufzugeben. Mut, quasi vor dem Nichts zu stehen und doch wieder alle Möglichkeiten offen stehen zu haben. Mut, den viele nicht besitzen, die sich tagelang durch ihren Job quälen und eigentlich keinen Bock mehr darauf haben.
    Es gibt so viele Menschen, die es nicht schaffen, sich einzugestehen, einen Fehler gemacht zu haben, nicht nur sich, sondern auch noch allen anderen. So viele, die es nicht schaffen, dann einfach abzubrechen. Aber du hast das geschafft, und dafür hast du meinen Respekt. Denn wenig ist schwerer, als einen Traum aufzugeben, selbst wenn man ihn gar nicht mehr träumt.

    Von daher drücke ich dir die Daumen, dass du etwas findest, was dir wirklich Spaß macht, was wirklich zu dir passt und dich vollkommen ausfüllt (und ich bin mir sicher, dass du so etwas finden wirst)!!!! ♥♥♥

    Deine Dana ♥

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  12. Also ich hab alles gelesen - auch wenn dein Post länger ist.

    Erst einmal du bist kein Looser! Es ist nicht einfach den "richtigen" Weg für sich selber zu finden. Aber das wichtigste dabei, ist es sich wohl zu fühlen. Wenn es dir in deiner Ausbildung und in dem was du tust nicht gut geht, dann musst du darüber nach denken ob es der richtig Weg ist.
    Und ich finde es ehrlich gesagt mutig, das du sagst, nein so geht es nicht mehr! Andere würden sich mühsam weiter durch kämpfen und sich dadurch unglücklich machen. Was bringt es einem die Ausbildung durch zu ziehen und nachher dann in einem Beruf zu arbeiten, der einen nicht glücklich macht.
    Deswegen finde ich deinen Schritt mutig und richtig - nimm dir die Zeit die du brauchst, machen Sachen die dich glücklich machen. Und versuch einfach dein Leben so zu Leben, wie du es für richtig hälst.

    Liebe Grüße Nadine

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  13. Liebe Ines,

    wenn ich hier so auf deine Blog und die ganzen lieben Kommentare schaue, dann sehe ich da kein bisschen was von einem Loser. Und wenn man eine Abbruch als die Qualifikation zum Loser sieht, dann bin ich auch ein Loser. Ich habe auch mein Studium abgebrochen, aber wie du bereue ich es nicht ;).
    Man ist erst ein Loser wenn man für nix mehr den Popo hochbekommt und nur noch vor sich hinvegetiert ohne IRGENDWAS zu machen. Noep, du bist kein Loser. Ich finde dich sogar ziemlich mutig diesen Schritt zu ´gehen. Man muss einsehen das es nichts für einen ist und dann etwas machen, was man wirklich machen will.
    Ich drück dir von ganzem Herzen die Daumen für deine nächste Ausbildung oder was auch immer du machen möchtest :) ♥.

    Liebste Grüße
    Conny ♥

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  14. Von mir hast du es ja schon gehört: Du bist absolut kein Loser! Es ist das Normalste auf der Welt, nicht sofort in oder nach der Schule einen klaren Plan fürs Leben zu haben und ihn auch durchzuziehen.
    Manchmal muss man zig Umwege machen, um das zu finden, was einen wirklich erfüllt. Manche Leute satteln noch mit 30 oder 40 um. Das ist alles kein Beinbruch :).

    Ich finde es gut, dass deine Mum dich versteht und unterstützt und hoffe, dass das auch für deine anderen Familienmitglieder und Freunde gilt.

    Und es ist auch absolut nicht verwerflich, nicht neben der Ausbildung oder dem Studium noch arbeiten zu können. Nicht umsonst sollen Eltern nach Möglichkeit ihren Kindern die erste Ausbildung finanzieren, nicht umsonst gibt es Unterstützung wie Bafög. Ausbildung und Studium gelten als Vollzeitjob.

    Du solltest nur im Hinterkopf behalten, dass vorübergehende Nebenjobs keine richtigen Berufe ersetzen und langfristig keine völlige Unabhängigkeit garantieren. Aber wenn du schon Ideen hast für eine nächste Ausbildung, auch wenn du sie vielleicht erst im nächsten Jahr anfängst, dann ist das doch super :).

    Alles Liebe!
    Charles

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