Newbie-Guide Teil I - Rezensions/Leseexemplare

Written on 23 Februar 2017| 10 Liebesbeweise

Von Zeit zu Zeit wird es nun immer wieder Posts auf meinem Blog geben, genannt "Newbie-Guide", die dir helfen sollen mehr über das Bloggen zu erfahren, falls du noch blutiger Anfänger bist. Ich möchte dazu natürlich Tips & Tricks erzählen. Aber nicht nur als Newbie kann das Thema sehr interessant sein - also les dich gerne auch als Langzeitblogger rein ♥

Rezensions(RE/Rezi-Ex)- oder auch Leseexemplare (LE), sind Freiexemplare die dir von den Verlagen gestellt werden. Du musst meist innerhalb von einer Frist und mit ein paar angebundenen Bedingungen klarkommen, aber dafür bekommst du ein Buch gratis zum lesen vom Verlag gestellt. Das können nicht nur Prints sein sondern auch Hörbücher oder eBooks.

LE's bekommst du meist direkt vom Verlag. Du guckst dir also den Verlag an und dessen Website, suchst dann die Seite mit den E-Mail-Adressen und suchst die für den Pressemenschen raus. Viele Verlage haben schon eigene Seiten für Blogger erstellt auf denen sie dir ihre Bedingungen sagen und haben auch schon extra für Blogger eingerichtete E-Mail-Accounts.

Diesen kannst du dann eine E-Mail schreiben (wenn du die Bedingungen erfüllst, wenn da keine Stehen, probier es einfach aus). In dieser stellst du dich und deinen Blog kurz vor (die meisten bekommen oft mehre dutzend Anfragen am Tag, also bitte nicht zu lang aber auch nicht zu kurz - der Verlag will ja wissen mit wem er es zutun hat). Am besten schreibst du direkt deine Follower-Anzahl dazu, wieviele Klicks du im Monat hast und auf welchen Plattformen du deine Rezension veröffentlichst. Das kann nur dein Blog sein, die Verläge finden es aber besser wenn du sie noch auf anderen Plattformen wie Amazon, Lovelybooks und Goodreads veröffentlichst. Facebook und Instagram sind da eher optional, helfen aber. Ich schreibe zum Beispiel immer auch noch direkt meine Adresse ganz nach unten dazu, damit sie dir direkt ein Profil in ihrem Verteiler erstellen können wenn sie dich annehmen.

Bitte nur ein Exemplar pro Anfrage! Die Verlage verschicken meiner Erfahrung nach immer nur maximal ein LE gleichzeitig bis du dieses gelesen und rezensiert hast. Dann kannst du wieder eines anfragen. Es ist etwas dreist mehrere gleichzeitig anzufragen.
Außerdem hat es keinen Sinn alte Schinken anzufragen. Da ist das Kontinent oft schon längst ausgeschöpft.

Dann wartest du einige Zeit und bekommst dann irgendwann eine Antwort - manche Verlage antworten aber nicht und schicken dir es einfach zu. Also etwas Geduld. Das kann manchmal Wochen dauern, besonders bei großen Verlagen. Wenn du Bücher von Randomhouse möchtest (Goldmann, Mira Taschenbuch, Heyne usw) schau mal beim Bloggerportal vorbei.

Du kannst aber, falls du noch nicht genug Follower hast oder dich noch nicht an einen Verlag rantraust mal auf Seiten wie Lovelybooks und vorablesen vorbeischauen. Da werden dauernd Leserunden veranstaltet wo auch kleinere Blogs mal Glück haben.

Verlage sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Manche nehmen Blogger schon ab 100 Followern an und haben keine hohen Anforderungen. Manche allerdings (wie zB Carlsen) haben extrem hohe Anforderungen. Also Newbie keine Chance. Ich kriege ja kaum welche von denen. Du hast also bei kleineren Verlägen wahrscheinlich mehr Chancen als wenn du dich direkt bei Bastei Lübbe, Carlsen, Loewe, Dressler, Script5 usw bewirbst.

Ich weiß, umsonst Bücher bekommen ist schön! Doch trotzdem solltest du dich an ein paar ungeschriebene Regeln halten und es niemals übertreiben.
• Umso länger du dabei bist, umso besser. Es gibt genug Blogs die schon nach 2 Monaten ein dutzend Verlage anschreiben. Das kommt weder bei denen, noch bei anderen Bloggern gut an, die davon Wind bekommen. Ein Jahr solltest du schon regelmäßig gebloggt haben.
Gib dir Mühe! Bitte, wenn ich noch eine einzige dreizeilige Rezension lese unter der dann "Danke für das Leseexemplar" steht kriege ich eine Krise!
• Bedanke dich immer. Bedanke dich in deiner Mail, wenn du die Rezensionsbelege zurücksendest (also die Links deiner Rezensionen auf den verschiedenen Plattformen) und vorallem: schreib es in die Rezension! Es ist heuchlerisch sich nicht dazu zu bekennen das du das Buch umsonst vom Verlag hast und so tust als hättest du es dir gekauft.
• Du darfst keine Leseexemplare verkaufen! Das ist nicht nur verboten - sondern moralisch einfach dreist. Du bekommst kein Buch geschenkt um danach davon zu profitieren und damit Geld zu machen. Da gilt die Faustregel: Leseexemplare dürfen nur verschenkt, getauscht oder verlost werden.
• Sei immer ehrlich. Nur weil du das Buch geschenkt bekommen hast musst du ihm keine bessere Bewertung geben als wenn du es dir selbst gekauft hättest. Und das muss dir auch nicht peinlich sein wenn du einem RE mal nur einen Stern gibst.
• Blogge verdammt nochmal niemals nur für Leseexemplare. Es gibt genug schwarze Schafe auf der Bloggerwiese die nur begannen zu bloggen um LE's abzustauben! Das merkt man diesen aber ziemlich schnell an und hilft bestimmt nicht dabei dich beliebt zu machen.
• Bleib Fair - und denk nicht nur an dich! Seh das ganze außer der Sicht eines Verlages. Der verschenkt ein Buch das ihm Geld gebracht hätte damit du Werbung für ihn machst. Ja, es gibt viele Verlage die geben die aus Nettigkeit auch schon 50-Follower-Blogs. Aber glaubst du das bringt diesem irgendetwas? Eher nicht. Auch sei dir bitte immer sicher: willst du das Buch wirklich? Kannst du es wirklich innerhalb von 4 Wochen lesen und rezensieren? Bitte auch mal aus der Perspektive sehen - und nicht ausnutzen. Kauf dir auch mal ein Buch selbst, auch wenn du es vielleicht vom Verlag bekommen könntest. Das kommt besser an als wenn unter jeder deiner Rezensionen "Danke für das Leseexemplar" steht. Lass es dir nicht über den Kopf wachsen. Du kannst Exemplare immer anfragen. Lieber eins nach dem anderen mit einem kleinen Zeitraum dazwischen als 10 gleichzeitig anzufragen, zuhause mit dem lesen überfordert zu sein und nur noch LE-Rezis zu veröffentlichen.



Was ist eure Meinung zu Leseexemplaren? Würde mich ja mal interessieren :)

Kommentare:

  1. Hallo Ines ^^

    ein sehr schöner Beitrag, den ich so unterschreiben kann :).
    Ich selbst habe auch erst nach fast 2 Jahren Bloggertätigkeit bei Randomhouse mein erstes RE angefragt. Das Bloggerportal ist da natürlich eine große Hilfe gewesen, denn einfach so einen Verlag anschreiben und um ein RE betteln... das fühlte (und fühlt sich auch immer noch) irgendwie komisch für mich an ^^'. Momentan habe ich das Anfragen von RE's auch wieder komplett eingestellt, weil ich Angst habe sonst zeitlich nicht klar zu kommen. Wenn Lesezeit und Lust eh schon begrenzt sind, dann sollte man sich nicht auch noch RE's ins Haus holen. Aber auch ich habe schon Blogs gesehen wo ich wirklich dachte, die kriegen den Hals nicht voll und liefern dann auch noch dermaßen "lieblose" Rezis ab. Wo nur noch zählt bei möglichst vielen Verlagen in die Verteiler zu kommen... Erst dann ist man ja ein richtiger Buchblogger... Bullshit sage ich nur. Natürlich ist es schön, wenn man für seine Mühe, die man sich mit einem Blog macht, etwas bekommt. Aber wie du schon schreibst: man sollte es nicht ausnutzen und ausschließlich für die RE's bloggen. Das kann doch nicht Sinn des ganzen sein und wäre für mich persönlich auch überhaupt keine Option.

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    1. Danke Insi ♥ Am Anfang fand ich das auch soo schrecklich. Man hat Angst wie man ansprechen soll, ob man was vergessen hat, zu viel oder zu wenig geschrieben hat, sich total danach anhört das man nur was abgreifen will oder sonstiges. Ich habe mir das aber ziemlich schnell abgewöhnt - und mittlerweile ist das ziemlich easy für mich. Weil ich da keine Angst mehr vor habe, denn wenn der Verlag mich nicht will ist das halt so. Es wird immer welche geben die angenommen werden oder nicht und meine Anfrage ich nur eine von mehreren Dutzend, deshalb nehme ich das nicht mehr so schwer :) Ich finde auch dass das vollkommener Bullshit ist. Ich bin mittlerweile auch in soo vielen Verteilern drin aber bei endlos vielen habe ich schon seit Jahren nichts mehr angefragt, da ich nicht nach Verlag sondern Buch gehe. Viele sind ja leider so wie ich jetzt beschreibe: "Ich habe das Buch x von Verlag y rezensiert, in der Mail mit Beleglinks frage ich jetzt direkt nach dem nächsten. Mal gucken was die noch so haben was mich interessieren würde..." und das ist der größte Müll ever, haha-

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  2. Ach, ich freu mich schon auf deine Post Reihe, obwohl ich mittlerweile seit 2 Jahren dabei bin :)
    Auch mit Rezi Exemplaren hab ich schon Erfahrungen, am liebsten mache ich das über Bloggerportal, hihi. Ich habe tatsächlich gemerkt, dass ich mir bei Rezi Exemplaren mehr Mühe bei Rezensionen gebe, damit der Verlag merkt, dass ich mich wirklich mit dem Buch beschäftigt habe :)
    Eine Weile lang letztes Jahr habe ich das tatsächlich ausgenutzt und jedes nur ein bisschen interessante Buch angefragt - und bekommen. Mittlerweile denke ich wirklich länger darüber nach. Wenn ich vermute, dass es nichts für mich sein könnte, lass ich es lieber erstmal :)

    Liebst, Lara.

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    1. Nun gut, aber seine eigene Meinung kann man ja trotz allem immer noch dazu abgeben. DAS finde ich bei solchen Posts halt immer so super interessant, die Kommentare darunter :D
      Ich finde deine Ehrlichkeit toll - und schließe mich an! Ich habe das eine richtig lange Zeit mal extrem ausgenutzt sodass hier sogar aus der Zeit immer noch 2, 3 Leseexemplare herumliegen die ich nie gelesen habe weil sie mich eigentlich nie wirklich interessierten. Aber das hat sich ja zum Glück geändert, nur ganz selten erwische ich mich mal dabei das ich eins anfrage obwohl ich weiß das ich noch welche Zuhause habe. Aber mittlerweile bin ich eher im Abbau-Modus :)

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  3. Hallo^^

    Das war wirklich ein schöner Eintrag, und auch interessant, da ich mich immer gefragt habe, wie das wohl genau mit den Exemplaren funktioniert. Ich selbst würde mich aber nie trauen irgendwo nachzufragen. Zum einen ist meine Art, wie ich meine Rezis schreibe, sicherlich nicht gut oder professionell genug, zum anderen hätte ich Bammel davor, was schlechtes zu schreiben, wenn es mir dann doch nicht gefällt. Aber gut, so schnell werden mir die Bücher auch nicht ausgehen.

    Lg,
    Kira

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    1. Hallo Kira!
      Ach, also dvor solltest du nun wirklich keine Angst haben. Es gibt kein Rezept für gute Bewertungen, und solange du dir Mühe gibst und nicht irgendwas hinklatscht sieht man das auch ♥
      Und auch davor nie Angst haben - die dort oben in der Presse lesen genauso Bücher wie wir und mögen sie oder eben nicht. Bei Autoren ist das halt was anderes da du wenn du z.B. ein Selfpublisher-Autor anfragst ihm dann "in die Augen" gucken musst wenn du eine schlechte Rezension ablieferst und das schon peinlich sein kann da er das Exemplar selbst bezahlen musste, aber bei Verlagen ist das eigentlich egal. Die einzige 1 Feder-Rezi von mir ist zum Beispiel ein LE, sowie eine Abbruchrezi (Royal Passion) in der ich das Buch außeinandernahm. Die eigene Meinung ist immer am Wichtigsten, auch für die Verlage :)

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  4. Hallo liebe Ines!

    Das ist ja eine tolle Idee. <3 Ich bin zwar kein Newbie mehr, aber auch kein Langzeitblogger. Man lernt schließlich nie aus. :)
    Ich habe mich zu Beginn auch sehr schwer getan, bei Verlagen anzufragen. Gerade am Anfang ist man noch total unsicher.
    Ich finde es toll, dass es solche Portale wie das Bloggerportal, Netgalley etc. gibt und auch über Lovelybooks, Vorablesen.de... hat man die Chance, tolle Leseexemplare zu bekommen.
    Ich freue mich schon sehr auf deine Reihe! <3

    Alles Liebe,
    Sandra von Wurm sucht Buch

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  5. Hallo liebe Ines

    Das ist wirklich ein spannender Beitrag und obwohl ich schon länger dabei bin und es auch gar nicht so sehr darauf anlege, Leseexemplare zu erhalten, sondern einfach gerne über Bücher schreibe und plaudere, fand ich das alles sehr gut zusammengefasst. Die geschilderten Situationen sind mir aus der Praxis wohlbekannt, ich habe aber bemerkt, dass Blogger, die sich vermehrt auch mit ansrpuchsvoller Literatur beschäftigen von den Verlagen grundsätzlich ernster genommen werden.

    Auch finde ich es wichtig, dass man mit Verlagen zusammenarbeitet, die man sonst schon kennt und schätzt und deren Verlagsprogramm den eigenen Lesevorlieben entspricht. So vermeidet man, dass man zu oft daneben greift und schafft auch im direkten Kontakt mit den Verlagspartnern eine gemeinsame Ebene.

    Was mich trotzdem interessieren würde: was denkst du, warum "nicht einmal du" (ich formuliere salopp, du verstehst, wie ich es meine) grosse Chancen hast auf Leseexemplare von Carlsen und anderen. Liegt es an den Leserzahlen oder auch an anderen Dingen?

    Ganz liebe Grüsse dir
    Livia

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    1. Hallo Livia und danke für den Kommentar :) ich denke dabei kommt es drauf an welcher Verlag gemeint ist. Ich zum Beispiel lese ja nur YA Fantasy und nie Klassiker oder schwere Lektüre aber kann mir auch nicht vorstellen das ein Verlag der eben nur solche Bücher rausbringt andere ernster nimmt weil sie schwerere Lektüre lesen als wenn es welche sind die die Bücher aus dem Verlag lesen.

      Mit allen anderen Verlägen habe ich keinerlei Probleme und bin auch in jedem Verteiler drin, Carlsen ist sie Ausnahme da der Verlag sehr hohe Anforderungen hat. Zum Beispiel muss man zu einem 500-Leser Blog auf einer Social Media Seite vertreten sein und dort 1000 Likes haben. Da ich aber zb keine anderen SM-Plattformen als Blogs bezeichne und für mich das 'richtige bloggen' immer noch nur auf blogspot oder WP ist gehe ich dem nicht wirklich nach, denn ich habe zwar Instagram und nun auch Facebook aber eben nur für schöne Bilder von meinen Büchern, da mein Blog mein Baby ist und ich meine Beiträge von Blog nicht auch noch auf Social Media Posten will, sodass die Likes sich dort natürlich in Grenzen halten. Aber dann kaufe ich mir die halt, ist auch kein Manko. Finde es nur traurig dass das richtige Bloggen wo man sich so viel Mühe gibt scheinbar weniger wert sein soll in dessen Augen als schnell und einfach generierte Like-Pages wo sich sowieso niemand den Beitrag durchliest.

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  6. Liebe Ines,
    das ist wirklich ein toller Beitrag und ich kann es nur so unterschreiben!
    Da ich selbst auch gerne mal E-Books lese, frage ich häufiger mal bei NetGalley an, und habe da auch meistens das angefragte LE erhalten.
    Auch bekommt man irgendwann viele Anfragen zu LE per E-Mail, wobei ich da echt immer am aussortieren bin, da 75% der Anfragen nicht mein bevorzugtes Genre sind. Und nur weil es kostenlos ist, muss man ja auch nicht alles lesen - dafür gibt es einfach die verschiedenen Leser :)
    Liebe Grüße
    Anett.

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