Bloggershaming von Autoren und 82736 Gründe, warum das absoluter Bullshit ist

Ines Caranaubahx | 29 August 2017
 Howdie Genossen und willkommen zu einer kleinen kontroversen Diskussionsrunde eines Themas, das ich schon lange ansprechen wollte. Ich entschuldige mich vorweg schon mal dafür, mich nicht für meine Aussprache zu entschuldigen.

Dadurch das ich in vielen Gruppen in Facebook bin (und per Mail, WhatsApp & Co) und unzähligen Kontakt zu verschiedenen Bloggern, Verlagen, Lesern, Autoren usw. habe, bekomme ich (inflagranti) manchmal mit, das manche Autoren eine sehr negative Meinung zu Bloggern haben. Kleine Anmerkung an dieser Stelle; das betrifft den kleinsten Teil der Autoren also nehmt diesen Beitrag bitte nicht dafür um Autoren zu verallgemeinern, die Meisten sind immer noch kleine, schnuckelige Knuddelbären die ihre treuen Blogger mit Glitzer überhäufen, wenn sie die Möglichkeit dafür haben.

Hier mal drei Aussagen solcher Autoren:

• Blogger greifen nur Rezensionsexemplare ab
• Blogger kriegen alles geschenkt
• Blogger haben keine eigene Meinung
• ...

Meine Gedanken darauf sind eigentlich immer die Gleichen:  
Wer zum Teufel hat dir in den Vorgarten gekackt?
(Wenn es keinen Vorgarten gibt, dann einfach Vorgarten durch Gehirn ersetzen.)


Ich weiß das einige Blogger dafür bekannt sind, ziemlich blöde Blogger zu sein. Blogger, die nur für Rezensionsexemplare bloggen, keine eigene Meinung haben und alles gut bewerten (grade dann, wenn es ein Rezensions-Exemplar ist) usw. Und wisst ihr was? Wir Blogger finden eben genau diese Blogger auch scheiße. HOSSA! Macht uns das nicht eigentlich zu Gleichgesinnten?

Einmal habe ich mich auf Facebook richtig auslassen müssen, weil eine Selfpublisher-Autorin meinte, alle Blogger wären gleich und ob eine Blogger-Rezension überhaupt was ausmacht, da diese Meinung ja sowieso nur gekauft sei und es ja nur auf die Meinungen der richtigen Leser ankommt.


Ah. Ist mir ja was ganz Neues, das wir Blogger gar nicht zu Lesern gehören. Aber hast schon Recht, Blogger gehören nicht zu Lesern. Wir sind eine neue, mutierte Spezies, die ungelesene Bücher nur 5 Minuten ohne zu Blinzeln gruselig anstarren, bevor sie eine Rezension dazu schreiben. Logisch.


Ne, mal im ernst Leute, wir Blogger sind schon scheiße! Arbeiten uns den Hintern ab um uns einen vernünftigen Blog aufzubauen,verzweifeln am Design und daran das sich kein Schwein für unsere Sachen interessiert weil es schon tausende Blogs gibt, lesen Tonnenweise Bücher, schreiben stundenlang an Rezensionen und Posts, sind Druck ausgesetzt, machen Werbung für Verlage und neue Bücher, organisieren Gewinnspiele, Interviews und Blogtouren, pushen Autoren und die meisten stehen stundenlang um ein Buch herum um ein schönes Foto davon zu schießen.
Man, sind wir scheiße.


Und das alles dafür, um inflagranti von kritikunfähigen Autoren zu hören, das wir nutzlos sind, unsere Meinungen nichts ausmachen und wir doch nur Gratis-Bücher abgreifen wollen. Geil.


Das tolle ist ja, das (meist Selfpublisher) Autoren dieser Art meistens gar nicht mit Bloggern zusammengearbeitet haben. Nie. Niemals. Aber alles klar, mach dir eine Meinung über Sachen, von denen deine geringen Gehirnzellen keine Ahnung haben, weil dein Leben so öde ist das du deinen Unmut an uns rauslassen musst. 

Ach, und wenn es Autoren sind die mit Bloggern zusammengearbeitet haben, sind es die Sorte von Autoren, die rumheulen wenn sie nur 3 Sterne bekommen, immer nach einer Woche mit Zeitdruck stressen und Kritikunfähig sind. Alles klärchen, Bärchen. Wo drückts denn? 

Wie gesagt, die meisten Autoren (95%) sind knuffige Knuddelbären und sind wirklich glücklich das es uns gibt. Aber argh, manche Autoren regen einen echt einfach nur noch auf und versauen dabei vieles. Da hat man gar keine Lust mehr sich ihre Bücher anzusehen oder Ähnliches, die sind direkt unten durch.

Es werden jetzt leider keine 82736 Gründe, aber ich kann es auch ganz gut zusammenfassen:
Verallgemeinern ist verkackter Bullshit und über potenzielle Leser und Käufer so zu reden ebenso. Denn; jaaaaaa, wir sind Leser. Und jaaaaaa, wir kaufen uns unsere Bücher auch selbst.
Nur halt deine jetzt nicht mehr.

Was ist eure Meinung zu solchen Autoren? 

Habt ihr sowas schon einmal erlebt?

(PS: bitte keine Namen nennen, wir wollen keine Hetze betreiben. Auch wenn es manche vielleicht verdient hätten. Aber dann wären wir nicht nur unnötige Blogger, sondern aggressive unnötige Blogger. 
Hach, wie sehr ich Verallgemeinerung liebe.)

Kommentare:

  1. "Und jaaaaaaaaaa, wir kaufen uns unsere Bücher auch selbst. Nur halt deine jetzt nicht mehr." Herrlich unterhaltsam geschrieben! :-D
    Ich habe solche Autoren glücklicherweise noch nicht erleben müssen und sowas wäre für mich auch ein absolutes NoGo.
    Wie in der normalen Arbeitswelt auch hat man eben Kollegen/Kunden, mit denen man ungern zusammenarbeitet, weil sie unbequem oder menschlich einfach unmöglich sind. Glücklicherweise kann ich mir als Bloggerin ja aussuchen, mit wem ich zusammenarbeiten will. Und wenn mir wer dumm oder unhöflich kommt, habe ich auch keine Scheu, denjenigen zurechtzuweisen.

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  2. Hach hast du das wieder toll geschrieben :)
    Zum Glück hatte ich bisher nur mit netten und kritikfähigen Autoren zu tun, die sogar dankbar über begründete (!!!) negative Kritik sind und diese als Ansporn für Verbesserung nehmen.
    Aber wie du schon schreibst ist das Problem einfach die Verallgemeinerung. Natürlich gibt es Blogger, die nur darauf aus sind möglich viel abzusahnen, aber das stellt doch nur einen geringen Teil der Gesamtheit dar. Die meisten geben sich wirklich viel Mühe.
    Solche Aussagen von Autoren wie du sie beschreibst sind in meinen Augen einfach nur unprofessionell. Aber naja, so wie es die schwarzen Schafe bei den Bloggern gibt, so gibt es diese wohl leider auch bei Autoren. Ich kann nur hoffen, dass ich niemals in Kontakt mit einem solchen komme...

    LG Jessy

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  3. "Und jaaaaaaaaaa, wir kaufen uns unsere Bücher auch selbst. Nur halt deine jetzt nicht mehr." - Diesen Teil feier ich so hart :-D

    Ich arbeite viel mit Bloggern zusammen und stellenweise haben sich sogar kleine "Freundschaften" ergeben. Das genieße ich wirklich sehr, weil es einem so viel mehr gibt als "nur" das Buch zu lesen. Bisher hatte ich das Glück, dass fast alle Autoren wirklich wahre Schätze waren - doch zwei ganz feine hatte ich auch dabei :-D

    Es handelt sich in beiden Fällen um Frauen, was ich persönlich nicht wirklich verwunderlich finde. Männer haben oftmals ein dickeres Fell und nehmen nicht alles direkt persönlich (auch da gibt es sicherlich Ausnahmen).
    Der bessere Fall war, dass ich nach meiner "schlechten" Rezension nichts mehr von der Dame gehört habe. Der etwas blödere, aber durchaus unterhaltsamere, Fall war, dass die Autorin in einer Leserunde völlig eskaliert ist und sich sogar der Verlag eingeschaltet hat :-D

    Egal ob positiv oder negativ, ich überlege mir genau was ich zu den Büchern sage und begründe es sachlich. Es gibt nie nur ein "Ich fand das Buch toll" oder "Ich fand das Buch doof" von mir. Wer nicht mit sachlicher Kritik klar kommt, muss eben an sich arbeiten oder still sein.

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  4. Ich hatte bisher noch nicht das Vergnügen, Kontakt mit einem solchen Autor zu haben. Die, von denen solche Aussagen kommen, sind ironischerweise aber meistens die, die die Werbung durch Blogger eigentlich am nötigsten hätten.
    Verallgemeinerungen sind aber eh immer Müll, wie du ja schon schön gesagt hast.

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  5. Hallo Ines,

    vielen Dank für diesen wundervollen Post. Du hast mir quasi aus der Seele gesprochen ♥
    Ich hatte mal das Vergnügen mit einer Autorin... Ich habe ein Rezi-Ex von ihr erhalten und dann war sie hinter total entsetzt, dass ich Kritik ausgeübt habe und es "nur" vier Sterne wurden. Das konnte sie überhaupt nicht verstehen und ich habe nie wieder etwas von ihr gehört.
    Trotz dieses Vorfalls bin ich immer ehrlich und ich habe auch keine Schmerzen damit, ein Rezi-Ex schlecht zu bewerten, wenn es mir nicht gefallen hat.

    Liebe Grüße
    Charleen

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  6. Bin ich froh, dass ich solche Autoren noch nicht erlebt habe, zumindest nicht direkt. Aber von Autoren, die zB mit den Meldungen von Rezensenten nicht umgehen können, habe ich schon öfter gehört.

    Irgendwie finde ich es witzig, dass ausgerechnet Autoren solche Kritikpunkte anbringen.
    Wenn Blogger angeblich alles geschenkt kriegen, müssen sie ja nicht mitmachen. Kriegen sie halt keine kostenlose Werbung von uns. Aber was geht sie das denn an bzw. wie beeinflusst es sie, ob Blogger Rezensionsexemplare kriegen? Haben sie Angst, dass Blogger keine Bücher mehr kaufen?
    Blogger haben keine eigene Meinung, ach ja. Aber wenn Blogger ein Buch schlecht fanden und das auch sagen, müssen sie auch wieder mit Kritik Rechen. Außerdem kann man ja vorher gucken, wie Blogger sonst so rezensieren und ob sie alles nur ohne Kritik in den Himmel loben.

    "wir sind eine neue mutierte Spezies, die ungelesene Bücher nur 5 Minuten ohne zu Blinzeln gruselig anstarren bevor sie eine Rezension dazu schreiben."
    Du bist herrlich :D. Und hast natürlich vollkommen recht! Als ob wir keine Leser wären oder Bücher nur lesen würden, weil sie gratis sind. Ich lese trotzdem nur Bücher, die mich interessieren, und ich gehe auch davon aus, dass die meisten anderen Blogger das auch tun. Wär irgendwie seltsam, wenn nicht.

    Du hast absolut recht: Verallgemeinerungen sind immer völlig daneben, vor allem dann, wenn man mit den Menschen, über die man herzieht, noch gar keine Erfahrungen gemacht hat. Wir ziehen ja auch nicht alle grundsätzlich über Autoren her, nur weil wir vielleicht mit einigen schlechte Erfahrungen gemacht haben.
    Und wenn man mit einem Blogger ein Problem hat, sollte man das gefälligst direkt ansprechen, statt über alle herzuziehen.

    Liebe Grüße
    Charles

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  7. Hallo Ines,

    dein Beitrag ist wirklich wahnsinnig toll geschrieben. XD
    Ich musste ein paar Mal sehr über deine Ausdrucksweise und Formulierung grinsen. :D
    Und ich gebe dir in allen Punkten Recht.
    Ich hab das zwar (ein Glück) noch nicht am eigenen Leib erfahren, aber schon öfter davon gelesen. =/
    So ein Verhalten ist schrecklich. Man sollte nie vergessen, dass am anderen Ende ein Mensch sitzt!
    Letztendlich sitzen wir Blogger ja irgendwie am längeren Hebel. Wer uns so behandelt, von dem wollen wir irgendwann keine Bücher mehr lesen. 0:-)

    Liebe Grüße
    Yurelia

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  8. Hey Ines,
    sowas ist mir zum Glück noch nicht passiert, aber das würde mich auch unglaublich wütend machen! Da kann ich deine Aufregung durchaus verstehen! Umgekehrt regen wir uns ja auch nicht über Autoren auf, selbst wenn wir ihre Bücher schlecht finden, und bringen unangemessene Sachen, da es zum einen einfach vollkommen unnötig ist und hinter jedem Buch auch trotz allem Unmengen von Arbeit stecken, was uns durchaus bewusst ist. Gerade Autoren, die selbst viel schreiben und wissen, wie lange sowas dauert und wie aufwendig selbst der kleinste Text sein kann, geschweige denn die Verbreitung und Vermarktung im Internet, sollten sich mit solch unbedachten Bemerkungen doch zurückhalten und uns eher verteidigen - zumal wir ihnen einen Teil ihrer Vermarktungsarbeir ja auch noch abnehmen, meistens völlig umsonst! Und wenn dann doch mal
    ein Rezensionsexemplar dabei rumkommt, ist das meiner Meinung noch doch wirklich kein Grund sich aufzuregen, sondern eher eine gerechtfertigte "Belohnung" für die harte Arbeit 🙈 (Wobei viele, gerade auch kleine Blogger, selten welche bekommen und ja auch trotzdem weiter machen - weil es ihnen einfach Spaß macht und es ihnen eben NICHT darum geht einfach kostenlos etwas abzustauben...)

    Liebe Grüße
    Lea

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  9. Hallöchen Ines :)

    Hach, ich finde deinen Beitrag absolut klasse, vielen Dank dafür! Du sprichst aus was wahrscheinlich jedem von uns durch den Kopf geht und ich kann es nach wie vor nicht verstehen. Einige Blogger beurteilen eben anders als andere und für den einen ist ein 4-Sterne-Buch eben ein 2-Sterne-Buch oder der andere sieht 3 Sterne als seine eigenen 4 Sterne. Ich denke du weißt was ich meine. Wir bewerten alle unterschiedlich, haben andere Maßstäbe und trotzdem wird einem immer wieder etwas vorgeworfen. Entweder ist man zu kritisch und blöd, weil man 'tolle Bücher' nicht toll findet oder man ist zu nett und bewertet nur gut. Dann wird einem vorgeworfen, dass man sowas nur sagt, weil es ja ein Reziexemplar ist, aber ganz ehrlich: wenn es mir gefällt, darf ich das dann nicht sagen? Ich verstehe so etwas nicht und ich verstehe auch Autoren nicht, die sich mit uns vernetzen wollen und dann sauer sind, weil man ihrem Buch eben keine 5 Sterne geben möchte. Aber ich bin froh, dass du es ansprichst und ich habe deinen Beitrag deshalb auch bei mir verlinkt und hoffe, dass das für dich in Ordnung ist :) der Post sollte heute noch online gehen.

    Liebe Grüße,
    Nadine♥

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