⚜ Ruhe in Frieden, Das kalte Reich des Silbers

Ines Caranaubahx | 26 Juni 2019

Titel: Das kalte Reich des Silbers
Autor: Naomi Novik
Buchart: Gebunden
Genre: Fantasy
Teil: 1
Preis: 18,00€
Seiten: 576
Verlag: cbj
Erscheinungsdatum: 04.03.2019

Das Buch habe ich als Leseexemplar bekommen, danke dafür. 

Ich war schon zu Beginn etwas skeptisch, da mich das Cover und das Konzept des Buches stark an "Das Reich der sieben Höfe" erinnerte. Da ich allerdings gerne überzeugt werde und ich dem ganzen eine Chance geben wollte, begann ich das Buch zu lesen.

Mirjem ist die Tochter eines gutherzigen Pfandleihers, der es nicht über sich bringt, Schulden einzutreiben. Als die Familie deshalb bittere Armut leidet, tritt Mirjem an die Stelle ihres Vaters. Unnachgiebig fordert sie zurück, was ihr zusteht. Sie ist erfolgreich, und bald heißt es, sie könne Silber zu Gold machen. Die Kunde davon dringt bis tief in die Wälder, zum gefürchteten Volk der Staryk – magische Wesen, die mehr aus Eis bestehen als aus Fleisch und Blut. Der König der Staryk entführt sie in sein Reich. Dort soll sie für ihn Silber zu Gold machen. Tut sie das nicht, wird der Staryk sie töten. Doch gleichzeitig versinkt die Menschheit nun in Kälte...

Ich weiß nicht einmal wo ich anfangen soll zu erklären, wo mir dieses Buch nicht gefallen hat. Es sind einfach soo viele Dinge! 

Fangen wir einfach beim Anfang an.:Der zieht sich eine halbe Ewigkeit, während man immer das Gefühl hat, einer schnelle Erzählung zu lauschen. Die Vergangenheitsform hat da wirklich nicht gut getan. Ich hatte dauerhaft den Eindruck, man würde mir schnell die "Vorgeschichte" erzählen wollen, um dann ab einem gewissen Punkt in die Geschichte einzusteigen, wie man es schon öfter gewohnt ist. Allerdings kam dieser Punkt nie! 

Es wurde auf nichts eingegangen. Garnichts! Die Emotionen waren so flach, da verspüre ich ja mehr Emotionen wenn ich mir ein Nutellabrot schmiere. Auf die Charaktere und ihr Gefühlsleben wurde fast gar nicht eingenangen, dafür wurde die Umgebung nur allzu gern zur absoluten Genüge beschrieben. Ich habe irgendwann fast eine Krise bekommen, wenn ich das Wort "weiß" las. Ja, im Reich der Staryk ist alles weiß, ich habs verstanden.

Ach, bevor die Handlung mit den Staryk dann überhaupt mal beginnt, vergehen übrigens gefühlte 300 oder 400 Seiten - und dann ist es so lahm, dass man keine Regung dazu besitzt, weiterlesen zu wollen. Vieles war auch einfach zu vorhersehbar.

Was ich auch leider überhaupt nicht gelungen fand, waren die verschiedenen Perspektiven. Kurz vor Seite 200 wollte ich das Buch erst kurzzeitig gegen die Wand werfen, weil das Kapitel mit der nun schon vierten(!) Sicht begann. Und dann fand ich die verschiedenen roten Fäden (die wahrscheinlich irgendwann nur noch Einen ergeben sollten) auch noch so langweilig und unwichtig für die eigentliche Handlung, dass ich nur noch genervt die Augen verdreht habe. 

Irgendwann musste ich mich einfach geschlagen geben, als es immer absurder wurde und immer noch keine Aussicht darauf war, dass es sich bessern würde. Auch mit den Charakteren konnte ich einfach überhaupt keine Bindung aufbauen - grade als ich mich endlich etwas in Mirjem hineinfühlen konnte, benahm sie sich schon wieder komplett unlogisch.

Eigentlich sehr schade, da dieses Konzept vielversprechend klang. Noch umso schader, dass man versucht hat es an "Das Reich der sieben Höfe" anzulehnen, wo es doch so ganz anders ist. Hätte man nicht versucht die Leser damit zu locken, dass sie eine ganz ähnliche Reihe bekommen, hätten es auch nicht so viele erhofft und es wären nicht so viele davon enttäuscht gewesen. Aber dann nicht einmal die Haarspitzen auf dem Cover richtig ins Cover einarbeiten? Das wirkt leider einfach alles sehr lieblos, tut mir leid.

Als ich mich übrigens damit geschlagen gab, dass das Buch und ich keine Freunde mehr werden würden, las ich mir das Ende durch, um zu wissen was ich verpassen würde oder ob es sich doch noch lohnen würde. Zugegeben war ich aber froh nicht weitergelesen zu haben, denn auch das Ende (von dem ich schon bei Seite 300 geahnt hatte, dass es so sein würde) gefiel mir überhaupt nicht.

Ich war skeptisch und hätte meinem Gefühl vielleicht vertrauen sollen. Leider wurde ich weder mit dem Schreibstil, noch mit dem Konzept oder den Protagonisten warm. Schade für mich, aber vielleicht gefällt es anderen Lesern ja dafür ums mehr.

-Abgebrochen-

1 Kommentar:

  1. INES! Ich hatte schon Angst, du wärst nicht mehr da, nachdem ich es erst übersehen habe und dann traurig feststellen musste, dass dein letzter Post aus dem Februar ist. Aber du bist wieder da! *o*

    Hach, ich liebe deine Rezensionen und deinen Schreibstil! :D Der Klappentext klang noch ganz interessant, aber ich werde es jetzt definitiv nicht lesen wollen. Vielleicht schmier ich mir stattdessen ein Nutellabrot. Das scheint aufregender zu sein. ^^

    Allerliebste Grüße! ♥

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